TÖPFERN FAQ

Ich bin selber  Eventmanagerin und im töpfern Autodidaktin, aber seit über vier Jahren mit dem Herzen dabei. Es macht mir großen Spaß. Hier folgt nun eine Sammlung von Fragen und diskussionswürdigen Antworten zum Thema Töpfern. Viel Spaß beim Lesen.

1. Muss ich immer eine Folie oder einen Stoff unter den Ton legen?

Antwort: Ich habe herausgefunden, dass Folie oder Stoff auf jeden Fall bei unbeschichteten Untergründen wichtig sind. Der Ton würde sonst kleben bleiben und das Werk wäre zerstört.

2. Brauche ich Folien, wenn ich mit Gips- oder anderen Formen arbeite?

Antwort: Ich nehme grundsätzlich immer eine Folie, damit nichts an der Form kleben bleibt. Im Prinzip geht es auch ohne Folie, aber dazu ist ein bisschen Expertenwissen notwendig. Anfänger*innen empfehle ich daher eine Plastikfolie oder Tüte dazwischen zu legen und die Tüte wieder zu verwenden.

3. Kann ich den Ton auf einer Form trocknen lassen?

Antwort: Nein. Definitiv passieren hier oft Fehler. Beim Trocknen zieht sich der Ton zusammen und würde reißen, wenn er dabei auf der Form liegen bleibt. Dabei ist es ganz gleich, ob die Form aus Gips, Pappe oder Plaste, Glas etc. ist.

Formt man vom Inneren einer Form ab oder in einem Eimer, Glas etc., kann sich der Ton in Ruhe zusammenziehen. In diesem Falle kann er (ohne Folie) auch in der Form bleiben.

4. Brauche ich dringend ein Auffangbecken für Tonreste?

Antwort: Nein. Ich benutze ein normales Sieb und schütte Tonreste durch dieses. Das Sieb fängt Tonreste und Schlicker auf. Diese verwende ich wieder. Es darf auf keinen Fall zu viel Ton in den Abfluss gelangen, da dann das Wasser nicht mehr abfließt.

5. Kann ich mir Tonplatten ausrollen und dann sofort loslegen und zum Beispiel eine Vase aufbauen?

Antwort: Nein. Der Ton sollte dazu schon etwas angetrocknet sein. Entweder man bereitet die Platte vor und lässt sie über Nacht oder länger zwischen Plastikfolien und mit einer Platte abgedeckt trocknen oder die Platte wird vor der Verarbeitung etwas angefönt (Profitöpfer machen das aber auf keinen Fall).

Der Ton darf nicht mehr kleben, sollte aber natürlich biegsam sein, damit er noch verformt werden kann. Um den idealen Zustand festzustellen, ist Erfahrung notwendig.

6. Kann ich Engoben auch nach dem Schrühbrand auftragen?

Antwort: Engoben sind Farbpigmente in flüssigem Ton und diese gibt es fertig zu kaufen. Engoben gibt es in verschiedenen Farben. Sie werden prinzipiell auf lederhartem Ton aufgetragen. Für jede*n Anfänger*in sollte es auch dabei bleiben. Wer Engoben nach dem Schrühbrand (1. Brand) auftragen will, sollte sie mit Wasser verdünnen.

Um die richtige Mischung herzustellen ist wieder individuelle Erfahrung mit den Engoben vonnöten. Es lassen sich dann jedoch schöne Effekte erzielen. Verwendet wird diese Technik vor allem, um eingestempelte Muster hervorzuheben.

Die Engoben können nach dem Auftragen teilweise mit einem feuchten Schwämmchen wieder weggewischt werden. Es entsteht eine schöne Patina, die aber unbedingt noch transparent glasiert werden muss vor dem Glattbrand.

7. Brauche ich zwingend einen eigenen Brennofen?
Antwort: Jein. Ich finde: Da wo Keramik hergestellt wird, sollte sie auch gebrannt werden. Entweder während eines Kurses oder in der eigenen Werkstatt mit eigenem Ofen. Kleine Keramiken eigenen sich nicht wirklich zum Transport, da sie sehr zerbrechlich sind. Nur Profis können ungeschrühte Keramiken sicher transportieren, da einiges an Wissen über die beste Art der Verpackung zum Transport vonnöten ist.

8. Wie kann ich mir einen eigenen Tonstempel bauen?

Antwort: Ich handhabe das ganz einfach: Aus Ton wird eine kleine Platte gerollt und in diese dann im lederharten Zustand mit feinen Gravurnadeln ein Muster geritzt. Ich baue mir dazu immer noch einen Griff an den Stempel. Nach dem Schrühbrand bleibt der fertige Stempel ohne Glasur und wird in den lederharten Ton gedrückt.

9. Ist es besser die ausgerollte Platte zuerst zu Stempeln oder baue ich zuerst die Form auf und Stempel dann?

Antwort: Hier finde ich, kommt es auf das gewünschte Ergebnis und die Art des Aufbaus an. Wird der Ton auf eine Gipsform gelegt, kann er auch während des Abformens bestempelt werden. Baue ich eine Form frei auf, würde ich ihn vorher, wenn er noch auf der Tischplatte liegt, stempeln und erst dann aufstellen.

10. Kann ich eine hohe Vase gleich aus einem Stück Ton aufbauen?

Antwort: Nein. Es empfiehlt sich zum Aufbauen höherer Werke ein Ton mit mind. 25% Schamotte. Ich baue immer nur bis max. 10 cm in einem Stück und setze dann das Nächste Tonstück darauf. Das erste Tonstück lasse ich dazu leicht antrocknen. 

Zusätzliche Stabilität erhält alles, wenn es im Inneren durch eine Form oder Zeitungspapier gestützt wird. Ich würde es zwischenzeitlich auch Fönen bis es lederhart getrocknet ist (Profitöpfer würden das allerdings nicht tun).